Behandlung des kindlichen Zehenspitzengangs: Individuelle Therapie nach dem Pomarino-Konzept – wissenschaftlich fundiert und seit über 25 Jahren bewährt.

Um eine Behandlung zu empfehlen, klären wir zunächst genau, um welche Form des Zehenspitzengangs es sich handelt. Bei der Erstuntersuchung findet eine differenzierte Beurteilung des Kindes und die Zuordnung zu einem von uns entwickelten Zehenspitzengang-Typ statt. Auf dieser Klassifikation aufbauend, haben wir eine innovative 3-Stufen-Therapie entwickelt, die dafür sorgt, dass jeder kleine Zehenspitzengänger genau die Therapie erhält, die für ihn optimal geeignet ist.
Um die kleinen Patientinnen und Patienten nicht unnötig zu belasten, werden vorrangig Therapien eingesetzt, die für Kinder am schonendsten sind. Erst wenn sich diese als nicht ausreichend erweisen, kommen weitere Behandlungsoptionen ins Spiel.Ob ein Gentest sinnvoll sein kann oder nicht, besprechen wir mit den Eltern nach der gründlichen Untersuchung Ihres Kindes.

In der ersten Stufe setzen wir speziell von uns entwickelte Pyramideneinlagen ein. Die Stützelemente befinden sich im vorderen Bereich der Einlage und besitzen eine pyramidenähnliche Form. Durch diese Pyramide entsteht ein unangenehmer Druck, sobald die kleinen Patienten versuchen, auf den Zehenspitzen zu gehen. Durch diese „Mahnfunktion“ werden sie dazu gebracht, mit der Ferse aufzutreten. Nach unseren Erfahrungen reicht bei rund 80 Prozent der Kinder die Behandlung mit Pyramideneinlagen aus, um den Zehenspitzengang dauerhaft zu minimieren.
Zeigt die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, wird die Therapie im nächsten Schritt um Nachtlagerungsschienen erweitert. Sie halten den Fuß über Nacht in einem 90-Grad-Winkel und verhindern, dass sich die Füße in die Spitzfußhaltung bewegen. Da die Wadenmuskeln im Schlaf entspannt sind, können die Nachtlagerungsschienen ihre optimale Wirkung entfalten, und die bereits verkürzten Muskeln über Nacht passiv dehnen. Bei Bedarf unterstützen wir die Hilfsmitteltherapie mit Botulinumtoxin-Injektionen in den Wadenmuskel. Botulinumtoxin schwächt den Muskel und vermindert die Muskelspannung für eine gewisse Zeit.


Nur wenn die Hilfsmittel-Therapie nicht anschlägt, empfehlen wir eine minimal-invasive Operation nach der Ulzibat-Methode („selektive perkutane Myofasziotomie“). Bei diesem Eingriff werden einzelne verkürzte Faszienstränge in der Muskulatur angeritzt oder durchtrennt, um eine verbesserte Dehnbarkeit des Muskels zu erreichen. Die Verkürzung wird so effektiver und anhaltender reduziert als mit Botulinumtoxin.
Der Erfolg der Behandlung wird in festen Abständen überprüft. In der Regel finden die Nachuntersuchungen alle drei bis sechs Monate bei uns in der Praxis oder online statt. Dann überprüfen wir die Wirkung der zugewiesenen Therapie. Auf dieser Grundlage entscheiden wir gemeinsam mit den Eltern, ob die aktuelle Stufe fortgeführt, angepasst oder gewechselt werden sollte.
Fokus der Nachuntersuchung


Ein großer Teil der Behandlung findet im Alltag statt: beim Tragen der Einlagen und beim Nutzen von Nachtschienen. Die Therapietreue ist ein wichtiger Faktor für den Behandlungserfolg. Dabei können Sie Ihr Kind mit Liebe und Geduld unterstützen – und wenn es sein muss, auch mit Superhelden-Kräften.