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Behandlung & Methoden

Behandlung des kindlichen Zehenspitzengangs: Individuelle Therapie nach dem Pomarino-Konzept – wissenschaftlich fundiert und seit über 25 Jahren bewährt.

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Jede Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Untersuchung, um die individuell passende Therapieform für jeden Patienten zu bestimmen.
Behandlungskonzept

Gründliche Untersuchung statt vorschneller Behandlung

Um eine Behandlung zu empfehlen, klären wir zunächst genau, um welche Form des Zehenspitzengangs es sich handelt. Bei der Erstuntersuchung findet eine differenzierte Beurteilung des Kindes und die Zuordnung zu einem von uns entwickelten Zehenspitzengang-Typ statt. Auf dieser Klassifikation aufbauend, haben wir eine innovative 3-Stufen-Therapie entwickelt, die dafür sorgt, dass jeder kleine Zehenspitzengänger genau die Therapie erhält, die für ihn optimal geeignet ist.

Drei-Stufen-Modell

Unser Behandlungskonzept ist abgestuft

Um die kleinen Patientinnen und Patienten nicht unnötig zu belasten, werden vorrangig Therapien eingesetzt, die für Kinder am schonendsten sind. Erst wenn sich diese als nicht ausreichend erweisen, kommen weitere Behandlungsoptionen ins Spiel.Ob ein Gentest sinnvoll sein kann oder nicht, besprechen wir mit den Eltern nach der gründlichen Untersuchung Ihres Kindes.

Start mit konservativen Maßnahmen
Erweiterung nur bei Bedarf
Regelmäßige Verlaufskontrollen
Minimal-invasive Behandlung nur bei Bedarf
Erster Therapieschritt

Stufe 1: Pyramideneinlagen zur Korrektur des Gangbildes

In Stufe 1 kommen speziell angefertigte Pyramideneinlagen zum Einsatz, die durch gezielten Druck das natürliche Abrollen des Fußes fördern.

In der ersten Stufe setzen wir speziell von uns entwickelte Pyramideneinlagen ein. Die Stützelemente befinden sich im vorderen Bereich der Einlage und besitzen eine pyramidenähnliche Form. Durch diese Pyramide entsteht ein unangenehmer Druck, sobald die kleinen Patienten versuchen, auf den Zehenspitzen zu gehen. Durch diese „Mahnfunktion“ werden sie dazu gebracht, mit der Ferse aufzutreten. Nach unseren Erfahrungen reicht bei rund 80 Prozent der Kinder die Behandlung mit Pyramideneinlagen aus, um den Zehenspitzengang dauerhaft zu minimieren.

Wenn mehr Unterstützung nötig ist

Stufe 2: Nachtschienen

Zeigt die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, wird die Therapie im nächsten Schritt um Nachtlagerungsschienen erweitert. Sie halten den Fuß über Nacht in einem 90-Grad-Winkel und verhindern, dass sich die Füße in die Spitzfußhaltung bewegen. Da die Wadenmuskeln im Schlaf entspannt sind, können die Nachtlagerungsschienen ihre optimale Wirkung entfalten, und die bereits verkürzten Muskeln über Nacht passiv dehnen. Bei Bedarf unterstützen wir die Hilfsmitteltherapie mit Botulinumtoxin-Injektionen in den Wadenmuskel. Botulinumtoxin schwächt den Muskel und vermindert die Muskelspannung für eine gewisse Zeit.

Nachtlagerungsschienen werden mit Hilfe eines Gipsabdruckes oder eines 3D-Scans maßgefertigt. Die Orthesen werden für jeden Patienten individuell hergestellt, da nur so ein Erfolg der Therapie gewährleistet ist.
Nur bei unzureichender Wirkung

Stufe 3: Minimalinvasive OP

Zeigen konservative Maßnahmen keine ausreichende Wirkung, kann in Stufe 3 ein minimalinvasiver Eingriff die Achillessehne gezielt verlängern.

Nur wenn die Hilfsmittel-Therapie nicht anschlägt, empfehlen wir eine minimal-invasive Operation nach der Ulzibat-Methode („selektive perkutane Myofasziotomie“). Bei diesem Eingriff werden einzelne verkürzte Faszienstränge in der Muskulatur angeritzt oder durchtrennt, um eine verbesserte Dehnbarkeit des Muskels zu erreichen. Die Verkürzung wird so effektiver und anhaltender reduziert als mit Botulinumtoxin.

Therapie ist ein Prozess

Regelmäßige Nachkontrollen für mehr Sicherheit

Der Erfolg der Behandlung wird in festen Abständen überprüft. In der Regel finden die Nachuntersuchungen alle drei bis sechs Monate bei uns in der Praxis oder online statt. Dann überprüfen wir die Wirkung der zugewiesenen Therapie. Auf dieser Grundlage entscheiden wir gemeinsam mit den Eltern, ob die aktuelle Stufe fortgeführt, angepasst oder gewechselt werden sollte.

Fokus der Nachuntersuchung

Sichtung des aktuellen Gangbildes
Überprüfung von Einlagen und Schienen
Regelmäßige Verlaufskontrollen
Besprechung offener Fragen mit Eltern und Kind
Regelmäßige Nachkontrollen begleiten den gesamten Behandlungsverlauf, um den Therapieerfolg zu sichern und frühzeitig nachzusteuern.
Gemeinsam im Alltag

Die Rolle der Eltern

Eltern spielen eine entscheidende Rolle im Therapieerfolg, da die konsequente Anwendung der Hilfsmittel im Alltag maßgeblich zur Besserung beiträgt.

Ein großer Teil der Behandlung findet im Alltag statt: beim Tragen der Einlagen und beim Nutzen von Nachtschienen. Die Therapietreue ist ein wichtiger Faktor für den Behandlungserfolg. Dabei können Sie Ihr Kind mit Liebe und Geduld unterstützen – und wenn es sein muss, auch mit Superhelden-Kräften.